5 Jahre LOBECO – Interview zum Firmenjubiläum

Die Social Media- und Digitalberatung LOBECO feiert am 01. Juni 2019 ihr 5-jähriges Firmenjubiläum. Im Interview mit unserem Gründer und Geschäftsführer Lorenz Beringer schauen wir auf die wichtigsten Meilensteine vom Start-up zum mittelständischen Unternehmen zurück und sind gespannt, was uns die Zukunft noch alles bringen mag.

Beginnen wir am Anfang der Geschichte. Wie hat denn für dich damals alles angefangen?

Ich habe schon lange den Drang in mir gespürt, zu gründen und unternehmerisch tätig zu sein. Schon vor LOBECO hatte ich drei konkrete Ideen zur Selbstständigkeit, die ich aufgrund unterschiedlicher Umstände letztendlich nicht umgesetzt habe. Seit 2008 beschäftige ich mich mit dem Thema Digitalisierung und Social Media im professionellen Kontext und habe 2014 den Entschluss gefasst, mich selbstständig zu machen und LOBECO zu gründen.
Nach meinen Stationen bei der Allianz und dem FC Bayern habe ich an der Universität St. Gallen den berufsbegleitenden Executive MBA im Bereich Leadership and Change Management absolviert und im Austausch mit meinen Kommilitonen erfahren, wie groß der Impact der Digitalisierung auf verschiedenste Branchen und deren Geschäftsmodelle bereits zu diesem Zeitpunkt war. Der Bedarf am Markt nach digitalem Wissen war und ist nach wie vor riesig! Die Idee im Feld Digitalisierung und Social Media beratend tätig zu werden, hat mich nicht mehr losgelassen und mir zahllose schlaflose Nächte bereitet. Nach einem Jahr intensiver Diskussion, Recherche und Vorbereitung habe ich dann gemeinsam mit meiner Frau entschieden, alles auf die Karte Digitalisierung zu setzen und mit unserer kleinen Familie den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Das war wie eine große Befreiung und der richtige Schritt in die Zukunft.
Die Anmeldung von LOBECO ging schnell vonstatten und die Arbeit konnte beginnen. Am kompliziertesten gestaltete sich tatsächlich die Namensfindung. Die Entscheidung unter LOBECO zu firmieren fiel nach langem Hin und Her im Zug auf dem Brenner, als ich mit Freunden auf dem Weg von Italien nach Deutschland war. LOBECO steht schlicht und einfach für Lorenz Beringer Consulting.
Als nächstes musste ich Kunden akquirieren. Dies gestaltete sich glücklicherweise relativ einfach und noch heute bin ich dankbar für das mir bereits in diesem Stadium entgegengebrachte Vertrauen. Ein weiterer entscheidender Schritt war die Suche nach den ersten Mitarbeitern, die darauf brannten, gemeinsam mit mir LOBECO an den Markt zu bringen und mitzugestalten. Im Sommer 2014 waren wir dann auch schon zu viert, sind von unserem Wohnzimmer und Cafés in geeignete Büroräume umgezogen und dann den Weg sukzessive vorangegangen bis heute.

Hattest du jemals Zweifel an dem Schritt in die Selbstständigkeit?

Natürlich hatte ich viele Bedenken: Gibt es überhaupt diese große Relevanz am Markt? Gibt es Kunden, die einem ein Mandat anvertrauen? Kann das überhaupt klappen? Aber die Lust, es auszuprobieren und der Wille, tätig zu werden, waren immer viel größer als die Sorgen, die ich hatte.

Gab es auf diesem Weg auch wichtige Meilensteine?

Ja, einige! Der erste große Meilenstein war der Bezug unseres ersten Büros – damals mit Sebastian, Sarah, Liu und mir im Sommer 2014 in der Rottmannstraße. Feste Arbeitsplätze, einen eigenen Meetingraum – einfach Raum für Kreativität aber auch konzentriertes Arbeiten zu haben, fühlte sich großartig an. Der zweite Meilenstein war sicherlich unsere Gründung in China, dann 2016 der Umzug unseres Büros von der Rottmannstraße in die Mies-van-der-Rohe-Straße hier im Münchner Norden und schließlich die Eröffnung unseres Büros in Zürich zu Beginn dieses Jahrs. Natürlich war auch der Gewinn jedes einzelnen Kunden ein essentieller Schritt in unserer Entwicklung, den wir auch immer groß gefeiert haben. Gesamtorganisatorisch sind es vor allem zwei Zahlen: 25 und 60 – die Anzahl der Mitarbeiter. Viele Leute haben mir vor der Gründung gesagt, dass sich bei diesen beiden Größen die Struktur der Firma verändern wird. Ich konnte das damals nicht in diesem Maße nachvollziehen, aber es hat sich gezeigt, dass wir tatsächlich die Strukturen der Zusammenarbeit, die Prozesse und die Verteilung von Verantwortlichkeiten verändern, das Fundament breiter aufstellen mussten, um dann auch als Unternehmen weiter wachsen zu können.

Wie hat sich das Geschäftsmodell in den letzten 5 Jahren gewandelt?

Die Grundlage unseres Geschäftsmodells ist immer noch die gleiche wie zu Beginn in 2014. Wir haben auf der einen Seite analytisch-strategische Dienstleistungen, das heißt, wir beraten unsere Kunden in der Positionierung ihrer Marke digital über soziale Medien und auf der anderen Seite sind wir operativ, kreativ, implementierend tätig. Um das Spektrum der Dienstleistungen erbringen zu können, müssen wir verstehen, wie sich die Welt und die Technologien verändern, sowohl in China als auch in den USA. Dabei hat die Komplexität in den letzten 5 Jahren stark zugenommen: Die Anzahl der Plattformen nimmt stetig zu, die Fragmentierung der Medien hat sich verstärkt und auch der Anspruch unserer Kunden ist gestiegen, da die Medienarbeit digital insgesamt professioneller geworden ist. In den Bereichen Analyse, Strategie, Content-Kreation und Werbemanagement, aber auch in der jeweiligen Ausgestaltung von Kampagnen kommt es immer mehr auf kleine Details an, was die Arbeit zwar herausfordernder, aber auch spannender macht.

 LOBECO hat den Hauptsitz in München. Wie verbunden fühlst du dich der Region gegenüber? Ist das der perfekte Standort für eine Digitalberatung wie LOBECO?

München ist der perfekte Standort! Einmal, weil ich die Stadt lieben gelernt habe – ich komme ja ursprünglich aus Freiburg. Mit meiner Frau und unseren 3 Kindern bin ich hier mittlerweile sehr verankert und wir fühlen uns hier sehr wohl. Ich schätze München aber ebenso in wirtschaftlicher Hinsicht. Ich habe das Gefühl, dass München im digitalen Kontext unterschätzt wird. Es wird immer von Berlin gesprochen, von Frankfurt, international von London, New York, San Francisco und so weiter. In München ist so viel Knowhow, so viel technologisches Wissen vorhanden: durch die Universitäten und verschiedenen Institutionen, durch immer mehr Start-ups, die sich hier ansiedeln und durch die Stärke der Wirtschaft, sowohl des Mittelstands als auch der Konzerne. Es ist eine ansteckende Dynamik und Power spürbar, im Rahmen derer man sich perfekt entwickeln kann.

Was ist dein Spirit in der Führung deiner Mitarbeiter?

Ich glaube, ich bin ein sehr anspruchsvoller Chef. Ich habe einen hohen Anspruch an mich selbst, aber auch an alle Mitarbeiter. Das Prinzip, was ich von Anfang an versuche zu leben und in der Firma zu verankern, ist das Prinzip des Forderns und Förderns. Ich versuche, jedem, der bei LOBECO startet, die Chance zu bieten, voranzukommen. Unser Umfeld ist extrem anspruchsvoll, aber wenn man sich reinhängt und Gas gibt, kann sich auch jeder extrem weiterentwickeln – ganz individuell in den jeweiligen Bereichen.

Was waren denn bislang die größten Herausforderungen?

Im Laufe der letzten 5 Jahre hatten wir natürlich unzählige Herausforderungen und jeden Tag kommen gefühlt zehn neue hinzu, die wir irgendwie meistern müssen. Die größte Herausforderung war zunächst einmal, allen Stakeholdern gerecht zu werden. Auf der einen Seite den Kunden, die jeden Tag höchste Qualität der Dienstleistung erwarten. Auf der anderen Seite den Mitarbeitern, ein fairer Arbeitgeber zu sein, Mitarbeiter zu fordern und zu fördern und dabei gute Rahmenbedingungen für die persönliche Entwicklung bereitzustellen. Und dann sind da natürlich auch die Erwartungen der Familie und Freunde – das alles in einer Balance zu halten bei der Geschwindigkeit, die wir an den Tag gelegt haben und das durchzuhalten, von Montag bis Sonntag, das war eine riesige Herausforderung.
Entscheidend ist aus meiner Sicht auch die Schaffung von Transparenz. Es ist unerlässlich, als Arbeitgeber transparent zu agieren, zu zeigen, was man macht, warum man es macht, wie man es macht. Zudem ist es eine immense Herausforderung, die Qualität trotz anhaltenden Wachstums der Firma mit immer mehr Mitarbeitern und Kunden konstant hoch zu halten, gar zu steigern und dabei die Erwartungen der Kunden zu erfüllen.
Außerdem haben wir den Anspruch, immer die neusten Entwicklungen zu kennen und mitzugestalten. Schließlich wollen wir unseren Kunden konstant die aktuellsten und spannendsten Themen präsentieren, wofür wir übergreifend viel Zeit bei LOBECO investieren. Zum einen entwickeln unsere Expertenteams in den unterschiedlichen Bereichen die Themen kontinuierlich weiter, zum anderen pflegen wir einen regen Austausch mit Experten am Markt, den Plattformen direkt (Facebook, LinkedIn, Twitter, WeChat und Weibo) und natürlich auch mit unseren Kunden. Es ist unabdingbar, dass unsere Kunden die Herausforderungen am Markt kennen und verstehen, um für ihre Zielgruppen die entsprechenden Lösungen anbieten zu können.
Ein firmeninternes Projekt, um diesen Anforderungen gerecht zu werden und Wissen zu bündeln, ist unsere LOBECO-Academy. Hier wollen wir unsere Mitarbeiter fördern – inhaltlich und im Bereich der Soft Skills: Wir haben so viele Teams, die in den unterschiedlichsten Bereichen Neues erlernen und Expertenwissen anhäufen. Ziel ist es, dieses Wissen zu teilen und in der gesamten Firma zu verbreiten. In Zukunft wird unsere LOBECO-Academy eine sehr wichtige Säule für LOBECO darstellen.

Was waren die größten Learnings in den letzten 5 Jahren?

In den letzten 5 Jahren habe ich so viel gelernt, wie noch nie in meinem Leben. Die Komplexität und die Menge der Herausforderungen haben von Jahr zu Jahr exponentiell zugenommen. Auch meine Rolle hat sich im Laufe der Zeit unglaublich verändert. Sowohl im täglichen Umgang mit den Kollegen als auch im Dialog mit unseren Kunden. Daher war die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung stets präsent. Auch die Komplexität der Anforderungen an das Unternehmertum sind riesig in der täglichen Arbeit – wenngleich die Übernahme von Verantwortung für meine Mitarbeiter, aber auch gegenüber den Kunden, einfach unglaublich viel Spaß macht!

Was zeichnet LOBECO aus? Was ist das „Besondere“ und worauf bist du stolz?

Wir haben in den letzten 5 Jahren eine wirklich einzigartige Firmenkultur geschaffen durch die Art und Weise unserer Zusammenarbeit und des tagtäglichen Umgangs. Nur durch harte Arbeit sind wir in unsere aktuelle Position gekommen. Wir befinden uns am Markt natürlich im Wettbewerb und müssen fortwährend beweisen, dass wir die richtigen Partner und Dienstleister für unsere Kunden sind. Dabei ist ein wichtiger Aspekt unsere Leistungsorientierung und unsere Performance. Gleichzeitig haben wir aber auch einen sehr großen Teamgeist und eine Verbundenheit teamübergreifend. Die unterschiedlichen Charaktere und Mitarbeiter aus insgesamt zwölf Ländern bilden eine sehr dynamische und innovative Mischung, aus der sehr viele Ideen und Kreativität entsteht. Ich bin sehr stolz auf unsere Kolleginnen und Kollegen, die alle sehr unterschiedlich sind, unterschiedliche Erfahrungen in sich tragen und trotzdem einen gemeinsamen Nenner haben. Wenn ich morgens ins Büro komme, freue ich mich wirklich sehr, jeden Einzelnen zu sehen – sei es in unserem Abstimmungsrunden oder an der Kaffeemaschine.

Hast du in den 5 erfolgreichen Jahren von LOBECO ein besonderes Erlebnis oder eine Geschichte, an die du dich besonders gerne zurückerinnerst?

Wir sagen oftmals, dass es sich lohnen würde, über die letzten 5 Jahre ein Buch zu schreiben mit zahlreichen interessanten Kapiteln. Viele einzigartige Menschen sind oder waren bereits Teil von LOBECO, jeder mit seiner eigenen Geschichte, persönlichen Stärken aber auch kleinen Macken, inklusive mir natürlich. Ich glaube immer, diese individuellen Persönlichkeiten und Muster machen den Alltag spannend und so haben wir zusammen viel erlebt. Sei es bei Ausflügen, bei Kundenevents oder Hunderten von Nachtschichten mit reichlich Pizza.

In welcher Rolle siehst du LOBECO in Zukunft? Wie sehen die nächsten 5 Jahre von LOBECO aus?

Unabhängig von LOBECO werden digitale Beratungsunternehmen in der Zukunft mehr an Bedeutung gewinnen. Wir sehen, dass viele andere Unternehmen in diesen Bereich investieren und ihr Knowhow ausbauen.
Die Komplexität der Medien wird größer und die damit verbundenen Fragestellungen nehmen zu: Wo investiere ich mein Geld? Welche Kanäle sind am effizientesten? Und wie kann ich neue Kunden erreichen oder auch Kundenbeziehungen in der Zukunft halten? Diesen Weg wollen wir fortführen, so wie wir es bisher gemacht haben. Wir wollen unsere Dienstleistungen weiter ausbauen, sowohl im Bereich der Markenkommunikation, der Markenemotionalisierung, aber auch im Bereich des Verkaufs und des Sales – gerade weil Marketing und Sales auf digitalen Plattformen größeres Potential bietet als je zuvor. Wir haben hierzu bereits viele Maßnahmen aufgesetzt, haben spannende Ideen für die Zukunft und deshalb glaube ich fest daran, dass LOBECO in 5 Jahren nochmal ganz anders aussehen wird: Größer, differenzierter, vielleicht an weiteren Standorten. Wir wollen vorne mitspielen und unseren Kunden den bestmöglichen Service bieten und darauf freuen wir uns sehr.

Was bedeutet das Firmenjubiläum für dich persönlich?

5 Jahre LOBECO bedeuten für mich sehr viel Arbeit, sehr viele Erfahrungen, unzählige Learnings und vor allem sehr viele tolle Momente – tolle Momente mit den Mitarbeitern und mit den Kunden.

 

Vielen Dank für das Interview! 

Das Video zum Interview: